Reisen mit Kindern entschleunigt, gibt uns allen neue Eindrücke und ist unglaublich bereichernd für die ganze Familie. Es gibt stressige Situationen wo man nicht jedem gerecht werden kann, aber die schönen und spannenden Erlebnisse überwiegen bei weitem und wir möchten jedem Mut machen, mehr mit den Kindern zu reisen! Wir haben Orte, die wir schon vorher kannten, mit den Kindern komplett neu entdeckt. Alles langsamer aber umso schöner. Schaut rein!
Vorfreude ist die schönste Freude! Aber es braucht eine gute Planung um eine möglichst stressfreie Reise zu erleben. Im Chaos einer Reise mit Kindern passiert noch genug Unvorhergesehenes, daher bin ich froh, um alles was bereits vorher organisiert ist und dann (hoffentlich) reibungslos klappt. Ansonsten: Improvisieren! :-)
Falls jemand Hilfe, Beratung oder einfach jemanden zum Austauschen braucht, schreibt doch ein Mail an info@cabinandkids.com - ich helfe euch gerne!
Wir haben immer die Tonie-Box im Gepäck, einen alten Discman mit CDs, Lesebücher und Mini-Spiele wie Schach oder Uno.
Zudem haben wir Kinder-Tablets von StorioMAX, welche coole Rätsel, Lesebücher und Rechnen etc. drauf haben.
Und was natürlich nie fehlen darf: unsere Logbücher! Die Kinder können jeden Flug eintragen und eine Unterschrift der Piloten abholen - es ist eine tolle Erinnerung an all unsere Reisen und gefüllt mit vielen kleinen Souvenirs! Falls ihr ebenfalls daran interessiert sein, könnt ihr hier bestellen!
Jetlag entsteht, wenn die innere Uhr durch das schnelle Überqueren mehrerer Zeitzonen aus dem Takt gerät. Kinder reagieren oft sensibler auf diesen Schlafmangel und die Umstellung, können sich aber mit der richtigen Strategie erstaunlich schnell anpassen.
In meinen Augen gibts nur ein Rezept dagegen: so schnell wie möglich an die neue Ortszeit anpassen.
Bei Flüge gegen Osten: welches meist Nachtflüge sind und die Landung dann am frühen Morgen: kurzen Mittagsschlaf, dann durchhalten und am Abend früh ins Bett!
Bei Flügen gegen Westen: Meist Tagesflüge und Landung am Nachmittag oder frühen Abend: noch ein paar Stunden durchbeissen, dann gegen 21.00 Uhr ins Bett. Nicht zu früh, sonst ist man schon um 4.00 Uhr wach.
Tipps während des Fluges
Uhrzeit sofort umstellen! Stellt die Uhr direkt nach der Landung auf die neue Zeit um, um den mentalen Rhythmus anzupassen.
Flüssigkeitszufuhr: Achte darauf, dass die Kinder viel Wasser trinken. Dehydrierung verstärkt die Symptome des Jetlags.
Vertraute Umgebung: Packe bekannte Pyjamas, Kuscheltiere oder eine vertraute Decke ein, um das Einschlafen im Flugzeug zu erleichtern. Unsere Kuscheltiere waren die wichtigsten Begleiter der Kinder.
Nach der Ankunft
Tageslicht und Bewegung: Viel Zeit im Freien bei natürlichem Sonnenlicht hilft dem Körper extrem dabei, die Melatonin-Produktion zu regulieren und die innere Uhr neu zu stellen.
Kurzer Powernap: Wenn die Kinder tagsüber extrem müde sind, sind kurze Schlafphasen (max. 1,5 Stunden) super, um durch den Tag zu mögen und am Abend trotzdem einschlafen zu können.
Take it easy: Erwartet nicht, dass am ersten Tag alles perfekt läuft. Ein Tag pro Stunde Zeitverschiebung gilt als grobe Faustregel für die vollständige Erholung.
Wir sind mit diesen Tricks immer super gefahren und hatten nie gross mit Jetlag zu kämpfen :-)
Warum tut ihr euch das an? Ja das hören wir immer wieder… aber als Cabin Crew kann ich euch versichern, die mühsamsten Passagiere sind selten die Kinder. Logisch ist es anstrengend, ein schreiendes Kleinkind neben sich sitzen zu haben. Aber das ist weder gefährlich noch kann das Kind etwas dafür… und wenn die Eltern entpannt sind, sind es auch die Kinder.
ABER auch die Kinder müssen sich benehmen. Wenn die Passagiere rund herum merken, dass die Kinder gut erzogen sind und die Eltern sich Mühe geben, stört auch ein lautes Lachen oder mal ein lautes «Maaaaami» nicht.
Hier meine Grundregeln für das Kinder-Verhalten an Bord (und das schreibe ich als Mami und Cabin Crew):
Kopfhörer abziehen wenn das Getränke-Wägeli kommt :-)
Das Kind darf natürlich (sobald es kann) selber bestellen. Als Eltern kann man vorher aber schon eine kleine Auswahl aufzählen, aus denen das Kind dann auswählen darf. Sonst ist es mit der Auswahl hoffnungsvoll überfordert. («Möchtest du Wasser, Apfel- oder Orangensaft?)
Bitte und Danke sagen
Becher leer trinken Auch Kinder können lernen, den Becher mit dem Getränke leer zu trinken. Nur einen «Schluck» noch zurückzugeben: «Sorry, den mag ich nicht mehr...» Das geht gar nicht. Zudem sind die Becher ja nicht riesig!
Rücksicht auf den Vordersitz: Das Treten gegen die Rückenlehne ist der grösste Störfaktor für Mitreisende. Erkläre deinem Kind, dass dort jemand sitzt, der schlafen oder lesen möchte.
Lautstärke kontrollieren: Da die Kopfhörer im Flugzeug den Kindern oft nicht passen, besorgt vorher coole Kinder-Kopfhörer mit Kabel für Filme oder Spiele.
Bewegung mit Mass: Kinder müssen sich bewegen, aber die Gänge sind kein Spielplatz. Nutze ruhige Phasen für kleine Gänge zur Toilette, ohne das Personal bei der Arbeit zu behindern. Ihr dürft auch jederzeit selber in der Bordküche nach einem Getränk fragen, dazu aufstehen bringt ein wenig Bewegung und Ablenkung!
Sauberkeit am Platz: Snacks, die wenig krümeln oder kleben, halten den Sitzplatz sauber. Abfall sollte direkt in die dafür vorgesehenen Beutel wandern. Oder ihr könnt es immer wieder abgeben oder selber in die Bordküche bringen.
Druckausgleich beim Start und Landen: Stillen, das Fläschchen, ein Schnuller oder Kaugummi helfen gegen Ohrenschmerzen und verhindern so quengelnde Kinder.
Vorbereitung ist alles: Packe eine Tasche mit neuen, spannenden Spielsachen (Sticker, Malbücher, ein neues Lesebuch, Spielautos…), die das Kind länger beschäftigen. Aber nicht zu viel! Jedes Kind kann einen eigenen Rucksack tragen mit dem Wichtigsten! Unsere Kinder müssen ihren Reise-Rucksack selber packen, mit dem was sie für den Flug brauchen. (Macht auch selbstständig!)
Und liebe Eltern, vergesst im Flug eure Regel mit nur einer Stunde Bildschirmzeit pro Tag! Es darf Ausnahmen geben und dies entspannt die Lage für alle Beteiligten enorm. :-)
Lasst euch nicht von gestressten Mitreisenden verunsichern. Entspannte Eltern strahlen Ruhe auf das Kind aus!
Wir haben während unserer 4.5 Monats-Reise die Kinder selber unterrichten dürfen. Da wir die Lehrer frühzeitig ins Boot geholt haben, wurden wir da super unterstützt. Ich bekam eine Zusammenstellung der Bücher, die ich bestellen soll und einige Blätter ausgedruckt mit. Dann haben wir täglich besprochen, zu was die Kinder Lust haben und dann immer wieder daran gearbeitet. Manchmal an einem Regen-Tag mehr und an einem Ausflugs-Tag weniger… Die grösste Herausforderung war, jedem auf diesem engen Raum genug Ruhe zum arbeiten und nachdenken zu verschaffen. Da die Kinder natürlich immer wieder Fragen hatten, konnte ich es vergessen, während der «Schul-Stunde» zu arbeiten. Das war am Anfang meine Illusion. Sie lernen, ich arbeite… aber das ging nicht lange gut. Wir haben uns dann bewusst Zeit für die Schulstunden genommen und die Kinder haben super mitgemacht. Sie konnten ohne Probleme wieder in ihre regulären Klassen einsteigen.
Es ist soooo befreiend mit wenig zu reisen! Wir hatten nie Disskussionen, welche Hosen nun am besten passen, da wir pro Kind nur 2 dabei hatten. Schuhe mussten wir zwischendrin neue kaufen, da die alten durchgelatscht waren. Oder vom vielen verregnet werden, einfach so schrecklich gestunken haben!
Reisen mit drei Kindern und wenig Gepäck ist absolut machbar und befreiend. Der Schlüssel liegt meiner Meinung nach in durchdachter Organisation. Hier meine Tipps:
Minimalistisches Packen: funktionale Kleidung (Zwiebelprinzip), Nutzen von Waschmaschinen vor Ort (Waschpulver als Streifen von blue, braucht keinen Platz und riecht super! Und ist zudem auch als Handwäsche möglich)
Packwürfel & Organisation: Nutzt Packwürfel, 2 Paar Hosen, 3-4 T-Shirts… es braucht so wenig, wenn man immer wieder waschen kann. Die Packwürfel sind super praktisch und es ist immer schnell gepackt.
Kleidung vakuumieren: Für Teile, die man nicht während der ganzen Reise braucht. Spart wahnsinnig Platz. Wir haben die Gilets vakuumiert gehabt und nur im Winter in Neuseeland ausgepackt.
Kinder einbinden: Jedes Kind bekommt einen eigenen kleinen Rucksack für Spielzeug/Bücher, was Eigenverantwortung fördert. Mehr Spielzeug braucht es nicht – man ist ja sowieso meist draussen und es wird gespielt, mit dem was man findet.
Falls ihr für eure nächste Reise Inspiration zur Gepäck-Organisation braucht, schaut euch doch mal meine tollen Artikel an!
Die Wahl des richtigen Campers entscheidet darüber, ob euer Familienurlaub entspannt wird oder in Stress ausartet. Wenn du mit Kindern reist, stehen Platzmanagement, Sicherheit und praktische Abläufe an erster Stelle.
Wir haben euch unsere persönlichen Punkte aufgelistet und hoffen es hilft bei der Wohnmobil-Planung!
Wohnmobil mit oder ohne Alkoven: Der Klassiker für Familien. Ein grosses Doppelbett und ein festes Bett über der Fahrerkabine. Je nach dem wie gross das Wohnmobil ist, ist auch noch die Essecke umbaubar. Dies spart Platz, aber man muss jeden Abend zuerst umbauen, was mit den Kindern anstrengend sein kann.
Unsere Kinder liebten es, sich nach oben in den Alkoven zurückzuziehen, auch mal tagsüber. Dieser Camper hat meist eine recht komfortable Küche, einen grossen Kühlschrank und bietet am meisten Stauraum.
Aber Achtung: Viele Wohnmobile haben auf der Rückbank nur zwei Dreipunkt-Gurten. Oder nur 1-2 Sitze mit Isofix. Wenn ihr wie wir mit drei Kindern unterwegs seid, reicht das bekanntlich nicht. Ihr müsst genau abklären, ob entweder ein Kind schon vorne sitzen darf oder ob das Älteste mit «nur» einem Beckengurt rückwärts fahren darf.
Das Bad ist entweder mit separater Dusche oder integriert über der Toilette. Beides geht, auch mit Kindern. Natürlich ist es einfacher, wenn das Frischwasser direkt angeschlossen ist. Ansonsten ist mit Kindern der Wassertank sehr schnell leer und da eignet sich die Dusche auf dem Campingplatz wohl eher…
Truck Camper: Diese wirken moderner und fahren sich oft angenehmer. Auf der Rückbank hat es drei normale Sitze auf denen drei Kindersitze nebeneinander Platz finden.
Meist sind sie mit einem grossen Doppelbett und einem herunterfahrbaren Hubbett, was den Wohnraum abends einschränkt. Wir konnten nicht mehr am Tisch sitzen, wenn das Bett heruntergefahren war. Das heisst, auch am Morgen gibts erst Frühstück wenn das Kind im Hubbett wach ist… :-)
Meist hat es in diesen Truck Campern ein super ausgestattetes Bad und eine Küche mit grossem Kühlschrank.
Ein Nachteil ist sicher, dass es keinen direkten Zugang vom Auto zur Camperkabine hat. Man muss jedes Mal zuerst die Treppe herunterlassen, und dann von hinten in den Camper einsteigen. Mit Slide-Out muss dieser zuerst ausgefahren werden, um in die Kabine zu können. Geht alles, braucht einfach mehr Zeit.
Campingbus / Kastenwagen: Kompakt und wendig, aber bei schlechtem Wetter mit Kindern schnell sehr eng. Ideal für kleine Familien, die viel unterwegs sind. Die Küche ist meist (wenn überhaupt) sehr kompakt und ein Bad hat es meist keines. Da wäre eine mobile Toilette eine Möglichkeit für während der Nacht.
Ihr seht, es gibt so viele verschiedene Varianten um mit Kindern zu campen... viel Spass beim Ausprobieren!